Ossip Zadkine




Ossip Zadkine wurde 1890 in Smolensk (Russland) geboren. Mit sechzehn Jahren wurde er von seiner Familie nach England (Sunderland) geschickt, um dort „gute Manieren“ zu erlernen. Er besucht die Abendkurse der „Arts School“ der Stadt. Er wird bereits von der Bildhauerei angezogen und „flieht“ nach London, um sich die Rudimente dieser Kunst anzueignen. Er wird dann Schüler der „Arts and Crafts School of London“ und ein leidenschaftlicher Besucher des „British Museum“. 1909 kommt er nach Paris und schreibt sich für einige Zeit an der Akademie der Schönen Künste im Atelier von Antoine Injalbert ein. Zadkine verlässt ihn sehr schnell, weil er mit dem akademischen Unterricht nicht zurecht kommt. Rodin fasziniert ihn. 1911 mietet er sich ein Atelier. Im folgenden Jahr trifft er Apollinaire, Cendrars, Archipenko, Lipchitz, Picasso, Survage und entdeckt die afrikanische Skulptur, die ihm neue Lösungen für die Synthese der Volumina, für den Wechsel von Aushöhlungen und Blöcken, von Kurven und Gegenkurven liefert. 1914 schließt er sich wie Lipchitz und Laurens dem Kubismus an, wobei er es jedoch versteht, seine eigenen Vorstellungen zu modifizieren. Beim Ausbruch des ersten Weltkriegs geht er in die Fremdenlegion; Er wird Opfer einen deutschen Gasangriffs, ins Lazarett geschickt und aus dem Dient entlassen. 1918 erhält er die französische Staatsangehörigkeit. Von 1921 bis 1925 versteht Zadkine, unter dem Einfluss von Archipenko und Brancusi, den Kubismus weniger rational als emotional; Diese neue Sichtweise prägt von Grund auf seine Arbeit (Radierungen, Aquarelle, Gouachen). Da Zadkine weiterhin der „taille directe“ treu bleibt, findet er im Stein die seinen Vorstellungen entsprechende hieratische Strenge. Seine Skulpturen werden lyrisch, wobei sie mit klassischer Strenge und einer ihm eigenen barocken Freiheit eine Verbindung eingehen, eine Verbindung zwischen Ordnung und Fantasie, zwischen Struktur und Einfallsreichtum. Von 1925 an beginnt Zadkine damit, systematisch die das Volumen konstruierenden Faktoren zu vertauschen: Die Reliefs werden durch Aushöhlungen ersetzt, die Kurven durch gerade Linien und umgekehrt, so dass Schatten und Licht vertauscht werden. Zadkine befreit die Formen von der Schwerelosigkeit. Nach dem ersten Weltkrieg ordnet er die Technik dem Ausdruck starker oder gar heftiger Gefühle unter. Abgesehen von einigen Reisen ins Ausland und einem fünfjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten während des zweiten Weltkriegs, verlässt Zadkine nie Paris. Ob in der „Académie der Grande Chaumiere“ oder in seinem eigenen Atelier, er bildet mehrere Generationen von Künstlern aus der ganzen Welt aus. Als Bildhauer, Maler und Zeichner wirkt er seit 1910 bei zahlreichen Gruppenausstellungen in Frankreich und im Ausland mit. Seine erste Einzelausstellung findet 1920 in Paris statt. Er erhielt eine große Anzahl von Ehrungen, darunter 1950 den großen Preis für Skulptur bei der Biennale von Venedig oder 1960 den, der Stadt Paris; Dort starb er 1967.