Johnny Friedlaender

Johnny Friedländer wurde 1912 in Deutschland geboren; 1952 erhält er die französische Staatsangehörigkeit. Nach einem, um es gelinde zu sagen, dornenreichen Lebenslauf, wird Johnny Friedländer zu einem unbestrittenen, zeitgenössischen Meister der graphischen Kunst. Seine immerwährende poetische Suche nach dem Kern der Dinge und der Menschen, lässt seiner Ergriffenheit freien Lauf und er entdeckt aufs neue die Macht der Suggestion. Er studiert an der Kunsthochschule in Breslau (damals Deutschland), wo Otto Müller einer seiner Lehrer ist. Von 1930 bis 1933 wird er in einem nationalsozialistischen Lager interniert. Nachdem er amnestiert wurde, sucht er Zuflucht in der Tschechoslowakei, danach in Holland. 1937 findet man ihn wieder in Paris, wo er beim Ausbruch des zweiten Weltkrieges, wie viele andere ausländische Flüchtlinge, festgenommen wird. Er schafft es, nach England zu entkommen und meldet sich freiwillig in die englische Armee, wird gefangen genommen; Es gelingt ihm jedoch zu entfliehen. Nach dem Krieg lässt er sich in Paris nieder und gründet dort ein Graphikatelier, genannt „Ermitage“.
1956 bekommt er eine Professur an der Salzburger Kunstakademie. Zu der Zeit fängt er wieder mit dem Malen an, eine Tätigkeit, die er in den vierziger Jahren aufgegeben hatte. Johnny Friedländer hat bei vielen Gruppenausstellungen mitgewirkt. 1949 ist seine erste Einzelausstellung in der “Galerie La Hune“ in Paris zu sehen. Bis zu seinem Tod (1992) bleibt ihm diese Galerie mit Bernard Gheerbrant als Leiter treu. Seine graphische Produktion, die in seiner Jugend dem Expressionismus sehr nahe kam, entwickelt sich zu einer farbenfreudigen und zeichenreichen Abstraktion.